Unterhalt für Enkel: Die rasant steigenden Bildungs- und Lebenshaltungskosten haben die Finanzplanung vieler Familien grundlegend verändert. Studiengebühren, Lebenshaltungskosten, Lehrbücher, Transport und der tägliche Bedarf sind so teuer geworden, dass Eltern oft nicht mehr alles allein stemmen können. In solchen Fällen springen Großeltern ein und unterstützen ihre Enkelkinder finanziell.
In vielen Familien beträgt diese Unterstützung 300, 500 Euro oder sogar mehr im Monat. Oft wird dies lediglich als familiäre Unterstützung betrachtet, doch unter bestimmten Voraussetzungen kann diese Unterstützung laut deutschem Steuerrecht auch dazu dienen, Steuern zu sparen. Diese Regelung gewinnt 2026 aufgrund des gestiegenen Bewusstseins für den Höchstbetrag der Unterhaltszahlungen noch mehr an Bedeutung.
Was sind Unterhaltszahlungen und wie werden sie steuerlich behandelt?
Nach deutschem Einkommensteuerrecht werden finanzielle Leistungen an bedürftige Personen als Unterhaltsleistungen bezeichnet. Wird diese Unterstützung einem direkten Verwandten – wie einem Enkel oder einer Enkelin – gewährt, kann sie als „außergewöhnliche Ausgabe“ steuerlich geltend gemacht werden.
Dies soll Personen, die einer sozialen Verantwortung nachkommen und einem bedürftigen Verwandten helfen, steuerlich entlasten. Diese Vergünstigung ist jedoch nicht bedingungslos und unterliegt bestimmten rechtlichen Voraussetzungen.
Warum werden Großeltern als nachrangig betrachtet?
Laut Steuerexperten tragen Kinder die primäre Verantwortung für ihre Eltern. Großeltern werden als nachrangig betrachtet.
Das bedeutet, dass das Finanzamt finanzielle Unterstützung von Großeltern nur dann anerkennt, wenn nachgewiesen werden kann, dass die Eltern nicht in der Lage sind, den Unterhalt vollständig oder ausreichend zu leisten.
Solche Umstände können beispielsweise sein:
- Das Einkommen der Eltern ist sehr niedrig.
- Sie sind arbeitslos.
- Sie leiden an einer schweren Krankheit oder Behinderung.
- Sie unterstützen bereits eine andere Person.
Verdienen die Eltern ein gutes Einkommen und leisten die Großeltern dennoch finanzielle Beiträge, betrachtet das Finanzamt dies als private Familienunterstützung und gewährt keine Steuervorteile.
Warum der Bedürftigkeitsstatus der Enkelkinder wichtig ist

Nicht nur der Status der Eltern, sondern auch die finanzielle Situation der Enkelkinder ist von Bedeutung. Das Finanzamt prüft, ob das Enkelkind tatsächlich finanziell abhängig ist.
Wenn das Enkelkind:
- einer Nebentätigkeit nachgeht
- während einer Ausbildung ein Gehalt bezieht
- einen Anteil an einer Förderung vom BAFöG erhält
werden alle diese Einkommensquellen zusammengerechnet.
Es ist jedoch beruhigend zu wissen, dass ein Einkommen bis zu 624 Euro jährlich nicht in die Berechnung einfließt. Ein höheres Einkommen reduziert den Betrag, den Großeltern steuerlich geltend machen können.
Maximaler Steuerfreibetrag 2026
Gemäß den Steuerrichtlinien von 2026 können Großeltern maximal 12.348 Euro Unterhalt jährlich geltend machen.
Haben Großeltern außerdem für Folgendes gezahlt:
- Krankenversicherung
- Pflegeversicherung
Für ihre Enkelkinder kann dieser Betrag ebenfalls steuerpflichtig sein.
Dies bedeutet, dass unter den richtigen Umständen die gesamte Steuerentlastung beträchtlich sein kann und die finanzielle Lage der Großeltern auch nach dem Eintritt in den Ruhestand stärkt.
Zahlungsmethode: Ein kleiner Fehler, ein großer Verlust
Der häufigste Fehler betrifft die Zahlungsmethode. Das Finanzamt stellt klar:
- Zahlungen müssen regelmäßig erfolgen.
- Zahlungen sind ausschließlich per Banküberweisung zu leisten.
- Barzahlungen sind nicht steuerpflichtig.
Darüber hinaus ist eine lückenlose Dokumentation aller Zahlungen unerlässlich. Kontoauszüge, Überweisungsbelege und Zahlungsdaten können vom Finanzamt überprüft werden.
Wo diese Informationen in der Steuererklärung anzugeben sind
Großeltern müssen das Formular „Anlage Unterhalt“ in ihrer Steuererklärung ausfüllen. Es erfordert folgende Angaben:
- Gesamthöhe des Unterhalts
- Einkommensverhältnisse der Enkelkinder
- Informationen zur finanziellen Situation der Eltern
Sind die Unterlagen unvollständig oder die Angaben unklar, kann das Finanzamt den Unterhalt als private Angelegenheit betrachten und die Steuerbefreiung verweigern.
Haben Großeltern rechtliche Verpflichtungen?
Viele sind überrascht, zu erfahren, dass laut Gesetz nicht nur Eltern, sondern auch Großeltern unter bestimmten Umständen unterhaltspflichtig sein können.
Wenn die Unterstützung durch die Eltern unmöglich oder rechtlich kompliziert ist, wird die Rolle der Großeltern entscheidend. Deshalb wird ihrem Beitrag im Steuerrecht besondere Bedeutung beigemessen.
Kluge Hilfe, doppelter Nutzen
Wenn Großeltern ihre Enkelkinder regelkonform unterstützen, profitieren sie doppelt. Zum einen erhalten die Enkelkinder Unterstützung in ihrer Ausbildung und im frühen Kindesalter, zum anderen profitieren die Großeltern von Steuervorteilen.
Es ist wichtig, dass jede Zahlung geplant, alle Unterlagen vollständig und die Steuerregeln genau bekannt sind. Mit etwas Sorgfalt kann die Familienunterstützung sowohl rechtlich als auch finanziell vorteilhaft gestaltet werden.
Fazit
Finanzielle Unterstützung für Enkelkinder ist nicht nur emotionale Unterstützung; unter den richtigen Umständen kann sie auch für Großeltern ein wirksames Mittel zum Geldsparen sein. Die Regelungen von 2026 unterstreichen die Bedeutung von Transparenz, Dokumentation und korrekten Verfahren. Bei korrekter Umsetzung kann diese Unterstützung sowohl für die Familien als auch für deren Finanzen von Vorteil sein.
Häufig gestellte Fragen
Können Großeltern Unterhaltszahlungen an Enkel steuerlich absetzen?
Ja, unter bestimmten Voraussetzungen können Großeltern ihre Unterhaltszahlungen als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend machen.
Wann gilt ein Enkel als bedürftig?
Ein Enkel gilt als bedürftig, wenn er nicht genug eigenes Einkommen hat, zum Beispiel während Studium oder Ausbildung.
Gibt es eine Höchstgrenze für den steuerlichen Abzug?
Ja, im Jahr 2026 können bis zu 12.348 Euro pro Jahr plus eventuell übernommene Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge abgesetzt werden.
Wie müssen die Unterhaltszahlungen erfolgen?
Die Zahlungen müssen regelmäßig und per Überweisung erfolgen, da Barzahlungen vom Finanzamt nicht anerkannt werden.
Wo werden die Unterhaltsleistungen in der Steuererklärung eingetragen?
Die Zahlungen werden in der „Anlage Unterhalt“ der Steuererklärung angegeben.